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Gänseblume, Gänseblümlein, Gansblume, Gansblümlein

Wörterbuch:
Link zur Arbeitsdatenbank ↗
Wortart: Substantiv
Genus: Femininum
Wortfamilie: Gans, Blume
Bedeutungen
1
Pflanzennamen
1a
Gänseblümchen, Maßliebchen (Bellis perennis)
meist Diminutiv  
Wiesenpflanze und Waldpflanze/sonstige Pflanze
Allgäu vereinzelt, Mittelschwaben mehrfach, Nordschwaben mehrfach
„In Scharen blühen auch die gē͂sblẽǝ̃mlǝ“, Höchstädt DLG48.6114313, 10.5670984, Stirnweiß 270 Stirnweiß, Werner R.: Sprache, Sitte und Brauch einer schwäbischen Ackerbürgerstadt des mittleren Donaugebietes um die Jahrhundertwende (Inaugural-Dissertation), Höchstädt, 1975
gãõsblo̜αm Ebershausen KRU48.2048754, 10.3138786, Buchberger 108 Buchberger, Brunhilde: Untersuchungen zur Mundart von Ebershausen, Landkreis Günzburg (Zulassungsarbeit in Maschineneschrift), 1973
g'füllte Gaisbleamle Gänseblümchen, die gefüllte Gartenform, Ludwigsfeld NU48.366944, 10.009167, MG 262, 1b : Mundartgeografische Fragebögen (aus dem Materialbestand des Bayerischen Wörterbuchs), 1927-1941
"Die Benennung nach der Gans bezieht sich nicht nur auf die Häufigkeit der Pfl. und ihre Wertlosigkeit .., sondern auch auf das häufige Vorkommen von Bellis per. auf Gänseangern ... Ebenso wird die weiße (Gefieder) und gelbe (Schnabel) Färbung der Blütenköpfchen mitbestimmend gewesen sein" Marzell Pfln. I,556
1b
Margerite, Wucherblume (Chrysanthemum Leucanthemum), häufig in Phraseologie:
Wiesenpflanze und Waldpflanze/sonstige Pflanze
Schwaben vereinzelt
gãõsblo̜αm Ebershausen KRU48.2048754, 10.3138786, Buchberger 108 Buchberger, Brunhilde: Untersuchungen zur Mundart von Ebershausen, Landkreis Günzburg (Zulassungsarbeit in Maschineneschrift), 1973
große/s Gänseblume/Gänseblümchen/Gänseblümlein Schwaben vereinzelt:
Groaß Gänsbleamle Oettingen NÖ48.9524578, 10.6036824, John, Pflanzen 43 John, Lothar: Von Gnarzastöck und Wurastengl. Pflanzennamen in Rieser Mundart, in: Nordschwaben 3 (1975), S. 150 - 152; 4 (1975), S. 196 - 199; 1 (1976), S. 41 - 43, Nördlingen, 1975/1976
"Der N[ame] Gänseblume für unsere Art dürfte wohl auf einem Vergleich des weißen und gelben Blütenkopfes (weißes Gefieder und gelblicher Schnabel der Gans) mit dem Vogel beruhen ... Vielleicht erinnert auch der lange und biegsame Stengel der Pfl. an den beweglichen Hals der Gans ... Als Benennungsgrund mag noch mitgewirkt haben, daß die Pfl. oft auf Gänseangern wächst ... Der N[ame] Gänseblume drückt anscheinend auch die Minderwertigkeit der Pfl. als Futterkraut aus" Marzell Pfln. I,958
1c
Märzglöckchen (Leucojum vernum)
Wiesenpflanze und Waldpflanze/sonstige Pflanze
Erkheim MM48.0392586, 10.3398982
Gausblome Erkheim MM48.0392586, 10.3398982, MG 27, 9 : Mundartgeografische Fragebögen (aus dem Materialbestand des Bayerischen Wörterbuchs), 1927-1941
2
Sommersprossen (ironisch)
Diminutiv  
physische Eigenheiten d. Körpers (z.B. buckelig, Buckel)
Eggelstetten DON48.6769074, 10.8515849
gēsblē̃ǝ̃mlǝ Eggelstetten DON48.6769074, 10.8515849, SBS 2 K 3 König, Werner (Hg.): Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben. Bearbeitet von Christine Feik. Band 2: Wortgeographie I, Heidelberg, 1996
mhd. gensebluome swm./swf, Gans, Blume
"Das Verkleinerungswort ist selten, da ja Gänsblümchen fast durchgehends für Bellis perennis ... gilt ... Dagegen wird unsere Pfl. häufig durch den Zusatz ‘groß’ von dem kleineren Gänseblümchen (Bellis per.) unterschieden" Marzell Pfln. I,957
  • Schwäb.Wb. III 52 Fischer, Hermann: Schwäbisches Wörterbuch. 6 Bände, Tübingen, 1904-1936
  • Schwäb.Wb. VI 1976 Fischer, Hermann: Schwäbisches Wörterbuch. 6 Bände, Tübingen, 1904-1936
  • BWB II 1392 Kommission für Mundartforschung (Hg.): Bayerisches Wörterbuch, München, 2003ff.
verfasst von: VLS