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Papp, Päpp

Wörterbuch:
Link zur Arbeitsdatenbank ↗
Wortart: Substantiv
Genus: Maskulinum
Bedeutungen
1
Brei, breiige Masse
1a
Brei
fertig zubereitete Speisen, Gerichte (z.B. Dampfnudel)
Augsburg A48.3668041, 10.8986971, Allgäu mehrfach, Nordschwaben vereinzelt
Bapp Lindau LI47.559172, 9.692652, Götzger 9 Götzger, Heinrich: Wörterverzeichnis der Lindauer Mundart (Manuskript in Maschinenschrift), 1980
1b
breiige Masse
Physikalische, chemische Qualitäten/Vorgänge, Stoffe/Material
Nördlingen 48.8516578, 10.4885873
a Bapp Belzheim 48.9621483, 10.5285316, Ernst, Paul 16 Ernst, Paul: Typisch Belzheimer Ausdrücke (Computerausdruck), 1999
2
Kleister, Klebstoff
Handwerk, Industrie, Technik, Arbeit allg.
Allgäu mehrfach, Mittelschwaben vereinzelt, Nordschwaben vereinzelt
Wenn dr Zeatl vrrissǝ isch, nimmscht an Pepp Leuterschach MOD47.747957, 10.5742203, Dietlein 95 Ferdinand Dietlein: Von Aftrmikta bis Zibeba. Marktoberdorfer Dialektwörterbuch aus Lutterschach, Kempten, 2019
Bapp Memmingen MM47.9867696, 10.181319, Honold 14 Honold, Fritz: So schwätzt ma z' Memmenga ond drom rom, Memmingen, 1986, Auflage 1
3
Gerede, Äußerung
3a
dummes, unsinniges Gerede
Sprache (Mitteilung, Information)/Stillschweigen
Belzheim 48.9621483, 10.5285316, Lindau LI47.559172, 9.692652, Mittelschwaben vereinzelt
und denn schwäzend se halt en elende Babb drher Lindau LI47.559172, 9.692652, Bachmann/Enzensperger 41 Bachmann, Karl, Enzensperger, Emil: Die Lindauer Mundart. Eine Einführung in ihr Wesen und ihre Entwicklung. Mit einem Beispieltext und einer Schallplatte, Lindau, 1974
3b
Ton, Äußerung
Sprache (Mitteilung, Information)/Stillschweigen
Niederraunau KRU48.224587, 10.3794721, MOD vereinzelt
Dea sitzt do und sagt koin Bepp MOD, Herz, Ostallgäu 288 Herz, Anton: Ostallgäuer Mundart, Kempten, 2009, Auflage 1
Dea söt koin Bepp und koin Bapp Er sagt nichts, MOD vereinzelt, Herz, Ostallgäu 13 Herz, Anton: Ostallgäuer Mundart, Kempten, 2009, Auflage 1
onomatopoetischer Herkunft wie papp; Kluge-Seebold 681Kluge, Friedrich/Seebold, Elmar: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin/Boston, 2011, Auflage 25
  • Schwäb.Wb. I 626f. Fischer, Hermann: Schwäbisches Wörterbuch. 6 Bände, Tübingen, 1904-1936
  • BWB I 1088f. Kommission für Mundartforschung (Hg.): Bayerisches Wörterbuch, München, 1995ff.
  • Schmeller I 398 Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch (1827 - 1837). Bearbeitet von Frommann, Georg Karl (1872 - 1877). 2. bearbeitete Ausgabe. 2 Bände, München (Nachdruck), 1985
  • WBF 79f. Wagner, Eberhard/Klepsch, Alfred: Handwörterbuch von Bayerisch-Franken, Bamberg, 2007
verfasst von: JW
Hinweis:
Dieser Artikel wurde automatisch auf Basis redaktionell erarbeiteter Daten erstellt. Die vorgestellten Bedeutungen sind vorläufig, nicht hierarchisch geordnet und weitere Bedeutungsangaben können folgen.

Papp

Wörterbuch:
Link zur Arbeitsdatenbank ↗
Wortart: Substantiv
Bedeutungen
1
klumpiger, wässriger Schnee
Niederschläge, WetterPhysikalische, chemische Qualitäten/Vorgänge, Stoffe/Material
Papp Bischofsgrün BT50.052440, 11.796904 ↗ Oberkrumbach LAU49.545914, 11.396810 ↗
2
klebrige Substanz in den Zitzen der Kuh vor dem Kalben
RindMilchwirtschaft (Milch, Käse)
gelber Papp „unbekannt, oder“, Schlaifhausen FO49.707453, 11.152306 ↗
3
klebriger Boden
Boden, Beschaffenheit des BodensEinstufung (tauglich, nützlich, wichtig, persönliche Bewertung)
drunter Papp Wettringen AN49.258057, 10.157595 ↗
4
Verband, der die Durchblutung anregt und dadurch zusammenziehend wirkt
Gesundheit und Krankheit
ă Bapp Möckenlohe EI48.823105, 11.227494 ↗

Papp1

Wörterbuch:
Wortart: Substantiv
Genus: Maskulinum, 
Femininum  VIT
Bedeutungen
1
klebrige Masse, Brei
1a
klebrige Masse
°Oberbayern vereinzelt, Niederbayern vereinzelt
°des is a rechta Babb „teigiges Brot“ Haag WS48.161165, 12.162987
lautta Bapp umahåm „Dreck“ Mittich GRI48.440634, 13.396183
übertr. Wertloses
Was hat er ghabt davo? - An Papp! Ehbauer Weltgschicht I 93 Ehbauer, Michl: Die baierische Weltgschicht, München 41952.

*1899 Amberg, †1964 München; Bahninspektor, Schriftsteller
1b
Brei, kindersprl.
bǫp „dicke Brühe“ Denz Windisch-Eschenbach 213 Denz, Josef: Die Mundart von Windisch-Eschenbach. Ein Beitrag zum Lautstand und zum Wortschatz des heutigen Nordbairischen, Frankfurt/Bern/Las Vegas 1977.

*1942 Windischeschenbach NEW; Dr.phil, Wörterbuchredaktor
„Die kleinen Kinder … heisen den Brey, Papp Hässlein Nürnbg.Id. 48 Häßlein, Johann Heinrich: Versuch eines „Nürnbergischen Idiotikons“, hg. von Gabi Oswald-Müller, Grafenau 1993.

*1737 Nürnberg, †1796 ebd.; Amtsschreiber, Syndikus
Kinderverse:
°hetscho heio mouma singa, wenn ma hom tout kloina Kinna, Windl waschn, Papperl kochn, sua gäihts zou dia ganze Wochn Leßlohe VOH49.6909766866485, 12.4589010978716
2
Kleister
°Oberbayern vereinzelt, Niederbayern vereinzelt
dein Papp halt nöt Passau PA48.567378, 13.431710
Gä, leich ma an Babb! Baumgartner Wasserburger Ld 53 Baumgartner, Hans: Dialekt im Wasserburger Land. Ein schulisches Projekt, Wasserburg 1996.

*1939 Wasserburg
„Sobald … die Papp getrocknet ist“ Sauer Arbeiten Bayer.Wd Abb.71 Sauer, Horst: Arbeiten im Bayerischen Wald in alten Ansichten, Zaltbommel/NL 1982.
ein Papp Schönsleder Prompt. r1r Schönsleder, Wolfgang: Promptuarium Germanico-Latinum, Augsburg 1618.

*1570 München, †1651 Hall/Tirol; Jesuit, Gymnasialprof.
3
klebender Gegenstand
meist Diminutiv  
3a
Aufkleber
Babbål „Aufkleber … alles, was klein ist und klebt“ Christl Aichacher Wb. 269 Christl, Karl: Aichacher Mundartlexikon, Aichach 1988.

*1922 Pfaffenberg MAL
Papperla „Aufklebescheibe“ Berthold Fürther Wb. 160 Berthold, Eugen: Dei hulli alli ô. Ein amüsantes Wörterbuch der Fürther Mundart, Fürth 1975.

*1897 Fürth, †1976 ebd.; Oberinspektor
3b
Wundpflaster
Babbål „Wundpflaster“ Christl Aichacher Wb. 231 Christl, Karl: Aichacher Mundartlexikon, Aichach 1988.

*1922 Pfaffenberg MAL
3c
Briefmarke
Babbala Rott LL47.9042842, 10.9716026
3d
Klette (Arctium Lappa)
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt, Mittelfranken vereinzelt, °Schwaben vereinzelt
Pappalan Aichach AIC48.4589775, 11.1308417
Babb Haag OVI49.421205, 12.536153
4
Brot, kindersprl.
°Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt
°da, hast an guatn Babb Frauenau REG48.9896233, 13.3009875
5
dummes, unsinniges Gerede
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
aber a so an Papp daherredn! Schlehdorf WM47.655300, 11.315227
Red doch koan soichån Babb Christl Aichacher Wb. 96 Christl, Karl: Aichacher Mundartlexikon, Aichach 1988.

*1922 Pfaffenberg MAL
6
Dachpappe
Sei Hüttn is mit Pabb deckt „seine Hütte ist mit Pappe eingedeckt“ Rasp Bgdn.Mda. 118 Rasp, Franz: Berchtesgadener Mundart, Berchtesgaden 1985.

*1940 Maria Gern BGD, †1988 Watzmann; Landwirt
Onomat. kindersprl. für ‘Brei’; Kluge-Seebold 610f. Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin/New York 252011 (bearb. von Elmar Seebold).
båp u.ä., Dim. bạpαl, -əlα u.ä.
  • Hässlein Nürnbg.Id. 48 Häßlein, Johann Heinrich: Versuch eines „Nürnbergischen Idiotikons“, hg. von Gabi Oswald-Müller, Grafenau 1993.

    *1737 Nürnberg, †1796 ebd.; Amtsschreiber, Syndikus
  • Schmeller I,398 Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • WBÖ II,274-276 Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
  • Schwäb.Wb. I,626f. Schwäbisches Wörterbuch, bearb. von Hermann Fischer (Bd 6 von Wilhelm Pfleiderer), 6 Bde, Tübingen 1904-36.
  • Schw.Id. IV,1413f. Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Frauenfeld 1881ff.
  • Suddt.Wb. II,64 Sudetendeutsches Wörterbuch, hg. von Heinz Engels, München 1988ff.
  • DWB VII,1442 Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde, Leipzig 1854-1954 (Nachdr. München 1984).
  • Frühnhd.Wb. II,1938f. Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, hg. von Ulrich Goebel und Oskar Reichmann, Berlin/New York 1989ff.
  • Lexer HWb. II,203 Lexer, Matthias [v.]: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, 3 Bde, Leipzig 1872-78 (Neudr. Leipzig 1965).
  • Berthold Fürther Wb. 160 Berthold, Eugen: Dei hulli alli ô. Ein amüsantes Wörterbuch der Fürther Mundart, Fürth 1975.

    *1897 Fürth, †1976 ebd.; Oberinspektor
  • Braun Gr.Wb. 448 Braun, Hermann: Großes Wörterbuch der Mundarten des Sechsämter-, Stift- und Egerlandes, Marktredwitz 1981ff.

    *1909 Fleißen/Böhmen, †2005 Marktredwitz; Dr.phil, Oberstudienrat
  • Christl Aichacher Wb. 269 Christl, Karl: Aichacher Mundartlexikon, Aichach 1988.

    *1922 Pfaffenberg MAL
  • Denz Windisch-Eschenbach 213 Denz, Josef: Die Mundart von Windisch-Eschenbach. Ein Beitrag zum Lautstand und zum Wortschatz des heutigen Nordbairischen, Frankfurt/Bern/Las Vegas 1977.

    *1942 Windischeschenbach NEW; Dr.phil, Wörterbuchredaktor
  • Lechner Rehling 255 Lechner, Joseph: Bäuerliches Leben und Arbeiten in Rehling und im nordwestlichen Aichacher Land um die Jahrhundertwende, Frankfurt/Bern 1983.

    *1951 Kagering AIC, †1993 Aindling AIC; Dr.phil, Volkshochschuldirektor
  • Rasp Bgdn.Mda. 118 Rasp, Franz: Berchtesgadener Mundart, Berchtesgaden 1985.

    *1940 Maria Gern BGD, †1988 Watzmann; Landwirt
  • Fragebögen:
  • W-8/56
verfasst von: A.R.R.

Papp2

Wörterbuch:
Bedeutung
Mund, Gesicht