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Schararbeit

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 1, Spalte 513
Wortart: Substantiv
Genus: Femininum
Kompositum zu: Arbeit
Bedeutungen
1
unentgeltliche Gemeindearbeit (wie Fronarbeit)
°Oberbayern mehrfach, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt, °Schwaben vereinzelt
°morgn müssma Schararwat thoa Mammendorf FFB48.2102514, 11.1656988
da eine Persohn in die Schararbeit komt … die zur Arbeit nicht tauglich 1754 Schrobenhsn.Stadtrechtsb. 66 Freiheiten und Privilegien der Stadt Schrobenhausen. Das Schrobenhausener Stadtrechtsbuch 1333-1803, bearb. von Max Direktor, Schrobenhausen 1991.
In fester Verbindung:
Schararbeit fahren Spanndienst leisten °Oberbayern vereinzelt:
°Schararbat fahrn Pöcking STA47.9667051, 11.2999886
2
Frondienst von Untertanen
Schàr-Arwət „Frohn-Arbeit“ Schmeller II,443 Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

*1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
alle steur schararbeit und was von der Herschaft und der stat notturft wegen darauf gelegt wurde München M48.139686, 11.578889, 1450 MB XX,375 Monumenta Boica, 46 Bde, München 1763-1846, NF, Bd 47ff, 1902ff.
  • Schmeller II,443f. Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Schwäb.Wb. VI,2916 Schwäbisches Wörterbuch, bearb. von Hermann Fischer (Bd 6 von Wilhelm Pfleiderer), 6 Bde, Tübingen 1904-36.
  • DWB VIII,2176 Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde, Leipzig 1854-1954 (Nachdr. München 1984).
verfasst von: J.D.

Schararbeit

Wörterbuch:
Link zur Arbeitsdatenbank ↗
Wortart: Substantiv
Genus: Femininum
Wortfamilie: Schar1Arbeit
Bedeutung
unentgeltliche Arbeit für die Dorfgemeinschaft
bäuerliche Arbeitswelt: allgemeinesDorf
DON, SOG, DLG mehrfach, WER vereinzelt
mα go̜d en d šārarbǝd Tapfheim DLG48.6722686, 10.6815677, SBS 12 K 14 König, Werner (Hg.): Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben. Bearbeitet von Manfred Renn. Band 12: Wortgeographie V, Heidelberg, 2006
„Nach der Aussaat im Frühjahr, daneben auch nach der Heuernte und im Herbst (im November) wurde zum Frondienst aufgerufen - t' šārarbǝd rākšrīǝ, Höchstädt DLG48.6114313, 10.5670984, Stirnweiß 218/219 Stirnweiß, Werner R.: Sprache, Sitte und Brauch einer schwäbischen Ackerbürgerstadt des mittleren Donaugebietes um die Jahrhundertwende (Inaugural-Dissertation), Höchstädt, 1975
diǝ wux muǝs mǝ šārarbǝd fārǝ Höchstädt DLG48.6114313, 10.5670984, Stirnweiß 219 Stirnweiß, Werner R.: Sprache, Sitte und Brauch einer schwäbischen Ackerbürgerstadt des mittleren Donaugebietes um die Jahrhundertwende (Inaugural-Dissertation), Höchstädt, 1975
Die Bewohner eines Dorfes mussten mehrmals im Jahr unentgeltlich Arbeiten für die Gemeinschaft verrichten. Dazu wurden sie nach dem sonntäglichen Gottesdienst durch eine amtliche Bekanntmachung aufgefordert. Zumeist handelte es sich bei den Arbeiten um das Ausbessern und Beschottern der Feldwege. Die zu leistende Stundenzahl richtete sich nach der Größe des bäuerlichen Anwesens. Größere Bauern mussten zusätzlich ihre Gespanne zur Verfügung stellen. vgl. Stirnweiß, 218/219
  • Schwäb.Wb. VI 2916 Fischer, Hermann: Schwäbisches Wörterbuch. 6 Bände, Tübingen, 1904-1936
  • BWB I 513 Kommission für Mundartforschung (Hg.): Bayerisches Wörterbuch, München, 1995ff.
  • Schmeller II 443f. Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch (1827 - 1837). Bearbeitet von Frommann, Georg Karl (1872 - 1877). 2. bearbeitete Ausgabe. 2 Bände, München (Nachdruck), 1985
verfasst von: BS