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geschauen, geschauben, geschaugen

Wörterbuch:
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Wortart: Verb
Wortfamilie: schauen
Bedeutungen
1
den Blick irgendwohin richten, blicken
Gesichtssinn
A vereinzelt, Nordschwaben mehrfach
gschob amol Affaltern WER48.4876126, 10.7372382, Schwarz Barbara Schwarz, Barbara: Dialektwörter aus Affaltern (handschriftlich), 2022
gschaugn Neuhausen DON48.7535244, 10.9790008, MG 293, 40 : Mundartgeografische Fragebögen (aus dem Materialbestand des Bayerischen Wörterbuchs), 1927-1941
2
betrachten (prüfend) ansehen
Gesichtssinn
Hafenhofen GZ48.4554798, 10.4523443, Höchstädt DLG48.6114313, 10.5670984, Thannhausen KRU48.2829292, 10.4682347, Wittislingen DLG48.618268, 10.4155609, Ries vereinzelt
Of d Wenzfuahra hot ma gschobt „Auswärtige Bauern bemühten sich um besonders schön geladene Fuhren, die den kritischen Blicken beim Durchfahren der fremden Dörfer standhalten konnten“, Ries, Schupp-Schied, Bd. IV 216 Schupp-Schied, Gerda: Wenzhä. Ausschnitte aus dem Rieser Dorfleben IV, Nördlingen, 1994
3
besichtigen, aufsuchen und ansehen
Gesichtssinn
Thannhausen KRU48.2829292, 10.4682347, A vereinzelt, GZ vereinzelt, Nordschwaben mehrfach
da Chrischtbaum g'schauba Thannhausen KRU48.2829292, 10.4682347, Thoma, Bd. III 84 Thoma, Karl Borromäus: Klausaruate ond Schtarkbiarkriagla. Mundartgedichte aus dem Mittelschwäbischen, Burgau, 1989
Sach gscho̜ba „Bezeichnung für die Sitte, das Haus des Hochzeitspaares, samt dem darin verwahrten Heirichsguad... zu besichtigen“, Grosselfingen 48.836986, 10.560737, Steger, Wb. 134 Steger Hartmut: Wörterbuch der Rieser Mundarten. So hot ma sooscht gsagt. Fünf Grosselfinger erinnern sich an die Sprache ihrer Kinderzeit, Nördlingen, 1999, Auflage 1
„An Weihnachten fand das gegenseitige »Christbomgschoba« statt. War der Christbaum geziemend bewundert, widmeten sich die Frauen dem Hutzelbrot und dem selbstbereiteten Likör oder Beerenwein.“ Schupp-Schied, Bd. VI, 38
4
nachsehen, kontrollierend prüfen
GesichtssinnAufgabe, Pflicht (deren Erfüllung oder nicht)
Ries, Willmatshofen A48.279196, 10.6548358
A Henn isch en ds Viertel (Teil hinter dem Stadeltennenfußboden mit Garben) nei, do muaß ma gschoba Ries, Schupp-Schied, Bd. I 57 Schupp-Schied, Gerda: Werktehäs ond Sonntefloisch. Ausschnitte aus dem Rieser Dorfleben I, Nördlingen, 1984, Auflage 2
5
in bestimmter Weise dreinschauen
GesichtssinnMimik
Ries vereinzelt
gšō̜b ned so dom! Heuberg 48.9284394, 10.5511331, Eich 59 Eich, Lothar: Die Mundart des Rieses und ihr Übergang zum Fränkischen, Leipzig, 1925
6 sehen, mit den Augen wahrnehmen
Gesichtssinn
Willmatshofen A48.279196, 10.6548358
g'hockat bis s'allz dopplat g'schaubat, / d'Auga g'stöllt im Rausch wia 's Tiar Willmatshofen A48.279196, 10.6548358, Wörle 240 Wörle, Wilhelm: D' Welt ischt voller Melodeia. Mundartgedichte (mit Worterklärungen S. 322 - 330), Weißenhorn, 1979, Auflage 1
7
hochragen
Richtung
Ries
daß d Zäh(n) en d Höah gschobt hont von einer umgedrehten Egge, Ries, Schupp-Schied, Bd. III 197 Schupp- Schied, Gerda: Vo Leit ond Viecher. Ausschnitte aus dem Rieser Dorfleben III, Nörlingen, 1988
mhd. geschouwen, gleicher Herkunft wie schauen
  • Schwäb.Wb. III 452f. Fischer, Hermann: Schwäbisches Wörterbuch. 6 Bände, Tübingen, 1904-1936
  • Schwäb.Wb. VI 2019 Fischer, Hermann: Schwäbisches Wörterbuch. 6 Bände, Tübingen, 1904-1936
verfasst von: JW