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Wählen Sie hier bei Bedarf bitte einen oder mehrere Landkreis(e) aus. Es handelt sich dabei jedoch mit Ausnahme derer des Fränkischen Wörterbuchs um Altlandkreise vor der Gebietsreform der 1970er Jahre. Dies ist ein Ordnungsschema des Wortschatzes nach der Bedeutung. Es basiert auf dem System, das Post (1998) auf der Grundlage von Hallig/v. Wartburg (1952) erweitert und entwickelt hat. Mittels vierstelliger Nummern werden themen- bzw. sachverwandte Wörter einander zugeordnet.
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Erchtag

Wörterbuch:
Link zur Arbeitsdatenbank ↗
Wortart: Substantiv
Genus: Maskulinum
Wortfamilie: ErtagTag
Bedeutung
1
Dienstag
Zeit
Erchter „Dienstag“ [Umschrift unsicher], Alfershausen RH49.107779, 11.187165 ↗
erchta Eichstätt EI48.878456, 11.171781 ↗

Ergetag, Er(ch)tag, Mer(ch)tag, Ner(ch)tag

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 3, Spalte 1004f.
Wortart: Substantiv
Genus: Maskulinum
Kompositum zu: Tag
Bedeutungen
1
Dienstag
°Oberbayern vielfach, °Niederbayern vielfach, °Oberpfalz vielfach, südliches Oberfranken vielfach, °östliches Mittelfranken vielfach, °Schwaben vielfach
Joschdog Berchtesgaden BGD47.630642, 13.001926
d’Iata bi ö nöt dahoambt Simbach PAN48.267054, 13.025393
an Möredan „an Dienstagen“ Derching FDB48.408873, 10.963980
merchtə’ Mittenwald GAP47.4429543, 11.2655684, Schmeller I,127Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

*1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
haout die Schölzeit va fröih Achta bis Naamitoch Zwoa dauat. Eada und Freida suagaoua bis Vöiara Wir am Steinwald 3 (1995) 139Wir am Steinwald. Hg. Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth e.V., 1993ff.
sô heizet der tac ergetac BertholdvR I,54,16Berthold von Regensburg. Vollständige Ausgabe seiner deutschen Predigten, hg. von Franz Pfeiffer, 2 Bde, Wien 1862-80.

*um 1210 Regensburg, †1272 ebd.; Franziskanerprediger
Die Hochzeit … zuͦ München gehalten/ am Erichtag nach Catharinæ/ Anno 1584 Hund Stammenb. II,13Hund[t], Wigulaeus [v.]: Bayrisch Stammen Buch, 2 Bde, Ingolstadt 1585f.

*1514 Kaltenberg LL, †1588 München; Jurist, Historiker
„nach der Mundart des Gemeinen Manns allhier: Erretag Hässlein Nürnbg.Id. 60Häßlein, Johann Heinrich: Versuch eines „Nürnbergischen Idiotikons“, hg. von Gabi Oswald-Müller, Grafenau 1993.

*1737 Nürnberg, †1796 ebd.; Amtsschreiber, Syndikus
2
best. Dienstag im Kalenderjahr
2a
Phras.:
°der unsinige Irda „Faschingsdienstag“ Hexenagger RID48.919776, 11.686264

Narrischer Ergetag °Niederbayern vereinzelt:
°da nasch Iada Arrach KÖZ49.190779, 12.993156
da narrösch Örda Schlicht Ndb. 258Schlicht, Josef: Niederbayern in Land, Geschichte und Volk. Ein Buch für Stadt und Land, Regensburg 1898.

*1832 Geroldshausen PAF, †1917 Steinach SR; Geistlicher, Journalist, Schriftsteller

Wia Kirwa habe sich der damische Irta in der Hütte angelassen Theresienthal REG49.037430, 13.234417, Haller Glasmacherbrauch 121Haller, Reinhard: Glasmacherbrauch im Bayerischen Wald, Grafenau 1987.

*1937 Bodenmais REG; Dr.phil., Sonderschuldirektor, Kreisheimatpfleger

Dürrer Ergetag °Niederbayern vereinzelt:
°da dia Iada Gotzendorf KÖZ49.20048251816217, 12.916617913127267

°Da foist Irda Michelsneukirchen ROD49.1233071, 12.5537903

°Da freßat Irta Lenggries TÖL47.6831625, 11.5763967
2b
Dienstag nach Pfingsten, in
Phras.:
„Pfingstdienstag, blinder Irtag … Nachfeiertag“ Oberbayern, BzAnthr. 13 (1899) 95Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, 1877-1915.
Ahd. *eriotag, mhd. ergetac, er(i)tac über got. Vermittlung aus gr. Áreos heméra ‘Tag des Kriegsgottes Ares’; WBÖ IV,192Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff..
iαdα, eαdα, irdα, -dǭg u.ä. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Schwaben (dazu BT, PEG; HEB, N, WUG), daneben iαrα (LF, TS; VOF), iαrǭg (LF), iαxdα, eαxdα, irxdα, -dǭg u.ä. Oberbayern (dazu GRI, PA, WEG; BEI; EIH, HIP, WUG; ND), ölxdα (ND), iαšdα, iršdα, -dǭg u.ä. süd-östliches Oberbayern, ešdα (AIB, MB, RO), iüdα, iedα u.ä. (LL, PAF, SOB; KÖZ), iudα, -dǭg, iurǭg (AIB, LF, TS), iuxdα, ioxdǭg (BGD, LF, MB, TS), iošdǭg, iuš- (BGD, RO, TS), örαdα (ND), iridα, -dǭg (, BGD, LF), iαre-, iuridǭg (BGD, LF), erktα (IN; WUG).— Mit m-, n- durch falsche Abtrennung aus am / an / den Ergetag od. Angleichung an Montag u. Mittwoch (Kranzmayer Wochentage 35Kranzmayer, Eberhard: Die Namen der Wochentage in den Mundarten von Bayern und Österreich, Wien/München 1929.): mördα, miαdα u.ä. westliches Oberbayern, Schwaben, mörxdα u.ä. (FFB, GAP, STA, WM), mörαdα Schwaben (dazu AIC, DAH, SOB), niαdα (PAF; DEG, WOS; RID), nerxdα (ND), niudǭg (LF).
  • Kranzmayer Kennwörter 12Kranzmayer, Eberhard: Die bairischen Kennwörter und ihre Geschichte, Graz/Wien/Köln 1960.
  • Kranzmayer Wochentage 25-36, 74-76, K.2-5Kranzmayer, Eberhard: Die Namen der Wochentage in den Mundarten von Bayern und Österreich, Wien/München 1929.
  • Delling I,157, II,2Beiträge zu einem baierischen Idiotikon, ges. von Johann v. Delling, 2 Bde, München 1820.

    *1764 München, †1838 ebd.; Jurist, Historiker
  • Hässlein Nürnbg.Id. 60Häßlein, Johann Heinrich: Versuch eines „Nürnbergischen Idiotikons“, hg. von Gabi Oswald-Müller, Grafenau 1993.

    *1737 Nürnberg, †1796 ebd.; Amtsschreiber, Syndikus
  • Schmeller I,127f., 438Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Westenrieder Gloss. 133Westenrieder, Lorenz v.: Glossarium Germanico-Latinum vocum obsoletarum primi et medii aevi, inprimis Bavaricarum, München 1816.

    *1748 München, †1829 ebd.; Geistlicher, Schriftsteller, Historiker, Pädagoge
  • Zaupser 23Zaupser, Andreas: Versuch eines baierischen und oberpfälzischen Idiotikons, München 1789 (Nachdr. Grafenau 1986).

    *1748 München, †1795 ebd.; Hofkriegsratssekretär, Prof. für Philosophie
  • WBÖ IV,190-196Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
verfasst von: A.S.H.