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Wählen Sie hier bei Bedarf bitte einen oder mehrere Landkreis(e) aus. Es handelt sich dabei jedoch mit Ausnahme derer des Fränkischen Wörterbuchs um Altlandkreise vor der Gebietsreform der 1970er Jahre. Dies ist ein Ordnungsschema des Wortschatzes nach der Bedeutung. Es basiert auf dem System, das Post (1998) auf der Grundlage von Hallig/v. Wartburg (1952) erweitert und entwickelt hat. Mittels vierstelliger Nummern werden themen- bzw. sachverwandte Wörter einander zugeordnet.
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Himmel(s)brot

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 3, Spalte 482f.
Wortart: Substantiv
Genus: Neutrum
Kompositum zu: Brot
Bedeutungen
1
Manna, Hostie
1a
Manna
Oberbayern vereinzelt, Niederbayern vereinzelt
Himmlbrot Wasserburg WS48.0615171, 12.220026
O du wares himelpröt Tegerns.Hym. 45Gillitzer, Berta: Die Tegernseer Hymnen des Cgm. 858, München 1942.

Tegernsee MB, vor 1454
1b
(konsekrierte) Hostie, Oblate
Oberbayern vereinzelt, Niederbayern vereinzelt, Oberpfalz vereinzelt
s Himmösbrot empfanga Hengersberg DEG48.7736572, 13.0515083
fröia houd ma a Himöbroud gessn „Oblaten, an Christi Himmelfahrt“ Beilngries BEI49.035279, 11.4733811
„Das Volk nannte die Oblaten Himmelbrot Chiemgau  47.872903, 12.453183, Hager-Heyn Drudenhax 212Hager, Franziska und Hans Heyn: Drudenhax und Allelujawasser. Volksbrauchtum im Jahreslauf, Rosenheim 1975.

Hager, F., *1874 Traunstein, †1960 München; Volksschullehrerin. Heyn, H., *1922 Oberndorf WS, †2015 Rosenheim; Journalist
durch das liebe Himmelsbrod Wern wier gestärkt DAH, 1792 Westenrieder Beytr. IV,417Beyträge zur vaterländischen Historie, Geographie, Statistik und Landwirthschaft [hg. von Lorenz v. Westenrieder], 10 Bde, München 1788-1817.

*1748 München, †1829 ebd.; Geistlicher, Schriftsteller, Historiker, Pädagoge
In fester Fügung:
Himmelsbrot schutzen geweihte Hostien in die Salzach werfen, Schifferbrauch an Fronleichnam
Himmelsbrotschutzen Laufen LF47.9354122, 12.930309, BHV 2 (1915) 128Bayerische Hefte für Volkskunde, 1914-43.
vgl. BHV 2 (1915) 127f.Bayerische Hefte für Volkskunde, 1914-43.; Salzfass 29 (1995) 36Das Salzfass. Heimatkundliche Zeitschrift des Historischen Vereins Rupertiwinkel, 1967ff..
auch für Christi Himmelfahrt Gebackenes
Himmibrout „Gebäck zum Himmelfahrtstag … aus einem gut gewürzten Teig in Oblatenform“ Helm Mda.Bgdn.Ld 104Helm, A.: Sammlung: Mundart des Berchtesgadener Landes, masch. Berchtesgaden 1959.

Pseudonym für Fischer, Eugen, *1899 Mittelbexbach/Saarland, †1973 Berchtesgaden; Geologe
2
Pfln., Teil einer Pflanze
2a
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, Oberpfalz vereinzelt
Himmibroid Heiligkreuz TS48.046045, 12.587790
Hīmlbrod „die Laubblätter des Sauerampfers“ Angrüner Abbach 48Angrüner, Fritz: Weî heußt’n des? 1300 Mundartwörter aus Bad Abbach und Umgebung, Bad Abbach 1985.

*1928 Abbach KEH, †2015 Abensberg KEH; Rektor, Heimatforscher
2b
Oberbayern vereinzelt, Oberpfalz vereinzelt
Hirtntascherl, Himmibrot Kolbermoor AIB47.8556623, 12.0595795
2c
Wiesenklee(blüten)
2cα
Wiesenklee (Trifolium pratense)
°Himmelsbrot „Rotklee“ Niederbayern
2cβ
Blüten der Pflanze
Himmelbrot „die roten Blütenköpfe“ Cham CHA49.223747, 12.662091
„Als etwas Süßes ist das Himmelsbrot bekannt“ Brunner Heimatb.CHA 91Brunner, Johann: Heimatbuch des bayerischen Bezirksamtes Cham, München [1922].
2d
Oberbayern vereinzelt, Niederbayern vereinzelt, Oberpfalz vereinzelt
Himibraut Spiegelhütte REG49.051636, 13.3060914
„Sauerklee, im Walde Himmelsbrod genannt“ Oberpfalz, Bavaria II,107Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern, bearb. von einem Kreise bayerischer Gelehrter, 4 Bde, München 1860-67.
„Recht angenehm schmeckt auch der Sauerklee … auch … Himmelbrot genannt“ Marzell Volksbot. 73Marzell, Heinrich: Bayerische Volksbotanik, Nürnberg [1925].

*1885 München, †1970 Erlangen; Dr.phil., Oberstudienrat
2e
Mittlerer Wegerich (Plantago media)
Himmelsbrot Kösching IN48.810639, 11.500077, Marzell Pfln. III,837Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen, bearb. von Heinrich Marzell, 5 Bde, Leipzig (3./4. Bd Stuttgart/Wiesbaden) 1943-79.

*1885 München, †1970 Erlangen; Dr.phil., Oberstudienrat
2f
°Himmelbrot „Wiesenbocksbart“ Straßkirchen SR48.8311567, 12.7212851
Himmelsbrot BJV 1954, 192Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 1950ff.
„Die … süßlich schmeckenden Stengel von Himmelsbrod Höfler Volksmed. 100Höfler, Max: Volksmedizin und Aberglaube in Oberbayerns Gegenwart und Vergangenheit, München 1888 (Neudr. Walluf-Nendeln 1976).

*1848 Tölz, †1914 ebd.; Arzt
2g
Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)
Himmelbrod Obertrennbach EG48.4835088, 12.5635308
2h
Storchschnabel (Geranium)
Himmibra(ou)t Ayrhof VIT49.044197, 12.933855, Bayerwald 24 (1926) 163Der Bayerwald. Zeitschrift des Bayer. Wald-Vereins für Heimatgeschichte und Volkstum, Naturschutz, Landschaftspflege und Wandern, 1910ff.
2i
°Himmelbrot „Samen der wilden Malve“ Altenmarkt TS48.0024333, 12.5360462
2j
honigartiger Saft eines Alhagistrauchs
hymelbrot, daz mischet man … under daz pulver 1392 Runtingerb. II,25Bastian, Franz: Das Runtingerbuch 1383-1407 und verwandtes Material zum Regensburger-Südostdeutschen Handel und Münzwesen, 3 Bde, Regensburg 1935-44.
  • WBÖ III,1097f.Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
  • Schwäb.Wb. III,1591, VI,2171Schwäbisches Wörterbuch, bearb. von Hermann Fischer (Bd 6 von Wilhelm Pfleiderer), 6 Bde, Tübingen 1904-36.
  • Schw.Id. V,962Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Frauenfeld 1881ff.
  • DWB IV,2,1351Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde, Leipzig 1854-1954 (Nachdr. München 1984).
  • Lexer HWb. I,1284Lexer, Matthias [v.]: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, 3 Bde, Leipzig 1872-78 (Neudr. Leipzig 1965).
  • Ahd.Wb. IV,1079Althochdeutsches Wörterbuch, bearb. u. hg. von Elisabeth Karg-Gasterstädt, Theodor Frings u.a., Berlin 1968ff.
  • Angrüner Abbach 48Angrüner, Fritz: Weî heußt’n des? 1300 Mundartwörter aus Bad Abbach und Umgebung, Bad Abbach 1985.

    *1928 Abbach KEH, †2015 Abensberg KEH; Rektor, Heimatforscher
  • Rasp Bgdn.Mda. 77Rasp, Franz: Berchtesgadener Mundart, Berchtesgaden 1985.

    *1940 Maria Gern BGD, †1988 Watzmann; Landwirt
  • Spr.Rupertiwinkel 12, 44„So wead gredd“. Bairische Sprache, gesammelt im Rupertiwinkel, hg. vom Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau e.V., Laufen 32008.
  • Fragebögen:
  • S-30D8h, 55/9g
verfasst von: J.D.