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Wählen Sie hier bei Bedarf bitte einen oder mehrere Landkreis(e) aus. Es handelt sich dabei jedoch mit Ausnahme derer des Fränkischen Wörterbuchs um Altlandkreise vor der Gebietsreform der 1970er Jahre. Dies ist ein Ordnungsschema des Wortschatzes nach der Bedeutung. Es basiert auf dem System, das Post (1998) auf der Grundlage von Hallig/v. Wartburg (1952) erweitert und entwickelt hat. Mittels vierstelliger Nummern werden themen- bzw. sachverwandte Wörter einander zugeordnet.
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Tanderlan, Taun(d)erlaun, -ling

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 3, Spalte 1161f.
Wortart: Substantiv
Genus: Maskulinum, 
Neutrum 
Bedeutungen
1
Wertloses, Nichtigkeit, kurzer Zeitraum
1a
Plunder, wertloses Zeug
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt, °Mittelfranken vereinzelt
°der Daudalau is nix wert, lauta Glump Inzell TS47.7633488, 12.7492369
Tau~derlau~ „nichtswertige Sache“ Dinzling CHA49.133984, 12.636349, BM I,76 Bayerns Mundarten. Beiträge zur deutschen Sprach- und Volkskunde, hg. von Oskar Brenner und August Hartmann, 2 Bde, München 1892‑95.
In sein Sack wiard zo Gold Aa da schlecht Daudalaun Pangkofer Ged.altb.Mda. 82 Pangkofer, Jos[eph] Ans[elm]: Gedichte in altbayerischer Mundart, Bd I, Nürnberg 31854.

*1804 Riedenburg, †1854 München; Dr.phil., Gutsverwalter, Schriftsteller
1b
schlechte Arbeit, Murks
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt
°dea machd an so an Tandalan daher „ungenaue Arbeit“ Moosach EBE48.0317255, 11.8756775
°Daudalau „mißlungenes Backwerk“ Passau PA48.567378, 13.431710
1c
Nichtigkeit, Geringfügigkeit
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt
°der legt se wegn an jedn Daunderlaun ins Bett Straubing SR48.877718, 12.579576
°dös is doch koin Daunderling wert Kirchendemenreuth NEW49.7769088, 12.091831
Wenn i ’s betracht … So san dös Danderling daneb’n Schmidt Altboarisch 68 Schmidt, Maximilian: Altboarisch in Vers und Prosa, Leipzig o.J.

*1832 Eschlkam KÖZ, †1919 München; Hauptmann, Schriftsteller
1d
kurzer Zeitraum, Augenblick
°Oberbayern vereinzelt
°jeden Danderlan hast was anders „alle Augenblicke“ Perach WS48.0393351, 12.0887634
2
Zeitvertreib, Eintöniges, Geschwätz
2a
Zeitvertreib
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
°des mach i bloß zu meim Daunderlaun „aus reiner Freude am Spiel“ (Ef.) München M48.139686, 11.578889
2b
Eintöniges, Trott
°Oberbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt
°du hast immer den gleichen Taunderlaun Amberg AM49.445718, 11.852457
Der Tau~dərlau~ „was durch stäte Gleichförmigkeit Überdruß erregt“ Mittenwald GAP47.4429543, 11.2655684, Schmeller I,608 Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

*1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
2c
Geschwätz, Gerede
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
°hör auf mit dem Daunerlau „Schmarren“ Reichersbeuern TÖL47.7668618, 11.6325725
3
v.a. von Menschen
3a
langweiliger Mensch, umständlicher, langsamer Arbeiter
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt
°Dandalön Drachselsried VIT49.1073441, 13.011453
då̄̃dαlå̃ „langsamer Mensch“ nach Kollmer II,78 Kollmer, Michael: Die schöne Waldlersprach. Von Wegscheid bis Waldmünchen, von Passau bis Regensburg, 3 Bde, Moosbach 1987-89.

*1917 Auwies KÖZ, †2001; Dr.phil., Gymnasialprof.
auch unentschlossener Mensch
Danderling „einer, der nie weiß, was er will“ Chieming TS47.8942626, 12.5381465
3b
kleiner, schwächlicher od. ängstlicher Mensch
°Niederbayern vereinzelt
°a so a Tanderlan Essenbach LA48.6129604, 12.217017
der Kropfet is a richtiga Tanderlaun gwen und wo a Gfahrnis war, is er liaba weit weg bliebn Schmidt Wanderung I,273 Schmidt, Maximilian: Meine Wanderung durch 70 Jahre. Autobiographie, 2 Bde, Reutlingen [1902].

*1832 Eschlkam KÖZ, †1919 München; Hauptmann, Schriftsteller
3c
Kind, Knirps, kleines Tier
°Niederbayern vereinzelt
°Daudalau „Knirps, der schon allerlei Lumpereien versteht“ Passau PA48.567378, 13.431710
då̄̃dαlå̃ „kleine Lebewesen (Kind, junges Tier)“ nach Kollmer II,78 Kollmer, Michael: Die schöne Waldlersprach. Von Wegscheid bis Waldmünchen, von Passau bis Regensburg, 3 Bde, Moosbach 1987-89.

*1917 Auwies KÖZ, †2001; Dr.phil., Gymnasialprof.
4
Vagina
°zwischn zwoa schneeweiße, weiß es schon (Schenkel) han i mei Doundala drin „aus einem Volkslied“ Malching GRI48.313106, 13.188530
Mhd. tenderlinc stm., wohl onomat. Weiterbildung von Tand; vgl. WBÖ IV,1151 Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff. .
dåndαlån, då̄̃dαlå̄̃ u.ä. Oberbayern, Niederbayern (dazu AM, CHA, WEN; N), dau(n)dαlau(n) Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, dåndαlau(n) (SOB; KEH; AM, NM, TIR), dau(n)dαlån u.ä. (; KÖZ; VOH), -lα (BOG, GRI), dåndαliŋ (GAP, TS, WS; PA, VIT), -lin (BOG), dau(n)dαliŋ (BOG, DEG, DGF, PAN; NEW), daudαdaun (AIB), daudiαldau (TS), daunαlau (TÖL), in Bed.3a auch dåndαlai (AM), dåmαlạmpl (KEM), daudαlaudš (WÜM).
  • Schmeller I,608 Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • WBÖ IV,1151f. Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
verfasst von: E.F.