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Wiesbaum, Wisch-, Wist-, Mies-, Mist-, Wirts-

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 1, Spalte 1499–1501
Wortart: Substantiv
Genus: Maskulinum
Bedeutungen
1
Heubaum, Wiesbaum
°Oberbayern vielfach, °Niederbayern vielfach, °Oberpfalz vielfach, °Oberfranken vielfach, °Mittelfranken vielfach, °Schwaben vielfach
°auf gehts, an Wiesbam auffi! Oberneukirchen 48.173534, 12.5225471
°an Miasbam åleng Kumreut WOS48.775154, 13.5131257
°dou an Wischbam her, dama roitla [das Heuseil zusammendrehen] kina Plößberg TIR49.7843626, 12.307917
An Bergstock, der zu’n Wiesbaam g’langat Auzinger Eichenzweig 164 Auzinger, Peter: Eichenzweig und Daxbosch’n. Hochdeutsche und oberbayerische Gedichte, München 1877.

*1836 Athen, †1914 München; verschiedene Berufe im bayerischen Militär‑ und Verwaltungsdienst
und hammat eahm ’s Ha(u)seck änigstoußn mit an Wischbam ä der Nacht KÖZ, BJV 1952,28 Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 1950ff.
vnd IIII haͤlaitter … vnd II wispawͤm Piendl Hab und Gut 207 Piendl, Max: Hab und Gut eines bayerischen Ritters im 14. Jahrhundert, in: Fs. für Max Spindler zum 75. Geburtstag, hg. von Dieter Albrecht u.a., München 1969, 193-213.

Schambach SR
trug itlicher ein seul von silber … eines zimblichen wispaums dick Regensburg R49.013904, 12.100040, 1532 Mitterwieser Fronleichn. 46 Mitterwieser, Alois: Geschichte der Fronleichnamsprozession in Bayern, München 21949.
Auß kleinen Scheitlen macht er [der Teufel] lauter grobe Wiß-Baͤum Selhamer Tuba Rustica II,255 Selhamer, Christoph: Tuba Rustica. Das ist: Neue Gei-Predigen, 2 Bde, Augsburg 1701.

*um 1640 Burghausen AÖ, †1708 Salzburg; Dr.theol., Geistlicher
In Vergleichen:
lang / groß wie ein Wiesbaum u.ä.
Döi Drachn döi woarn so lang wöi a Wieschbaam Oberkonhof NAB49.421492, 12.329636, Böck Sitzweil 114 Sitzweil. Oberpfälzer Sagen aus dem Volksmund, ges. und hg. von Emmi Böck, Regensburg 1987.

*1932 Zweibrücken/Pfalz, †2002 Ingolstadt; Volkskundlerin

„sieht … den Tod, so groß wie einen Wischbaum Roding ROD49.193894, 12.520139, Schönwerth Opf. I,264 Schönwerth, Fr[anz Xaver v.]: Aus der Oberpfalz. Sitten und Sagen, 3 Bde, Augsburg 1857-59.

*1810 Amberg, †1886 München; Ministerialrat, Volkskundler

„einen Cometen mit einem Schweiff so lang als ein Wieß-Baum Regensburg R49.013904, 12.100040, 1456 Gassner Rgbg.Vkde 56 Gaßner, Heinz: Kleine Regensburger Volkskunde. Brauch und Glaube im alten Regensburg, neu hg. von Emmi Böck, Regensburg 1996.

Dick wie ein Wiesbaum u.ä.
a Ries’nschlang’, Meahr als a Wischbaam dick Lautenbacher Ged. 25 Lautenbacher, Karl: Humoristische Gedichte in altbairischer Mundart, Landshut 1883.

*1808 Orsenhausen/Württ., †1897 München; Arzt

[Orgelpfeifen] so dickh wie ä wispämb Niederbayern, um 1650 ZHM 6 (1905) 230,67 Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten, 1900-05.

Beiner / Knochen wie ein Wiesbaum feste, starke Knochen Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt:
Knochan wia a Wiasbam Inngau47.744270, 12.134413

Redensart(en):
den hod da Wiesbaam ins Hirn droschn „er ist sehr dumm“ Regensburg R49.013904, 12.100040

Der wenn am Orsch an Wiesbaam drin hätt, der schlogat d’ Fensta oisamt ei „von einem eingebildeten Menschen“ Seeon TS47.9765682, 12.4598714

A Wischbam über a Fuhr Lümml grober Mensch Rieden AM49.322045, 11.939273

Des is a Wiesbam über alle Luada das setzt aller Gemeinheit die Krone auf Wasserburg WS48.0615171, 12.220026

Rätsel:
Wear is da grayßt Heiliga? – Dar Wischbam „der Heulieger“ Gumpen TIR49.868835, 12.234722, Schönwerth Leseb. 288 Das Schönwerth-Lesebuch. Volkskundliches aus der Oberpfalz im 19.Jh., hg. von Roland Röhrich, Regensburg 1981.

Schönwerth, Franz Xaver v., *1810 Amberg, †1886 München; Ministerialrat, Volkskundler

Bauernregel:
Wenn … [der Kuckuck] den ersten Wischbám fallen hört – beim Einfahren des Heus – hört er [mit dem Rufen] auf Winkler Heimatspr. 158 Winkler, Karl: Heimatsprachkunde des Altbayerisch-Oberpfälzischen, Kallmünz 1936.

*1891 Regenstauf R, †1961 Amberg; Rektor
„Wenn das neue Haus bezogen war, stießen in der Nacht die Burschen aus Schabernack mit einem Wischbaum … an das Hauseck“ KÖZ, BJV 1952,28 Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 1950ff. }.— An einem Fest mit Dreschvorführung Anf. Juli wird in Waldkirchen WOS48.729644, 13.599765 folgender Brauch geübt: „Zwei Drescher nehmen den Wiesbaum an den Enden auf die Schulter, zwei weitere beginnen gegenüberstehend mit jeweils zwei Knüppeln rhythmisch auf das Stammholz zu schlagen“ Altb.Heimatp. 45 (1993) Nr.26,6 Altbayerische Heimatpost. Wochenzeitung für die bayerische Familie, 1948ff. .
2
übertr.
2a
Wischbam Waldmünchen WÜM49.3775728, 12.7062127
2b
Wisbam „sehr langer Mensch“ Erling STA47.9671746, 11.184498
2c
rundlicher, dicker Arm
zwoa Wiaschbam „rundliche, dicke Arme“ Mittich GRI48.440634, 13.396183
2d
verdickte Stelle im Gewebe
„So waren [beim Spinnen] verdrehte Fäden: Bolln, Dicke: Heiseil … und gar Wiesbaum’ die Ergebnisse“ Samerberg  47.780929, 12.210436, Inn-Oberld 21 (1936) 53 Das bayerische Inn-Oberland, 1912ff.
Herkunft des Bestimmungsw. unklar; vgl. DWB XIV,1,2,1589f. Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde, Leipzig 1854-1954 (Nachdr. München 1984).
wīs- v.a. Oberbayern, Schwaben, vereinz. wiʃ- (, , RO), daneben wīš- v.a. Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, wīαs- v.a. Niederbayern, auch Oberbayern, wīαš- Niederbayern (dazu ), vgl. Lg. § 7b2 Kranzmayer, Eberhard: Historische Lautgeographie des gesamtbairischen Dialektraumes, Wien/Graz/Köln 1956. ; erweitert wīsd- v.a. Oberbayern (dazu FDB), auch Niederbayern, wīαsd- Niederbayern, mit Metathese wiαtʃ- (EG, LAN), dazu wiαšd- (GRI). Vereinz. mīαs- (GRA, WOS), mīs(d)- (ED, IN, , TS), wīg- (ROL).
  • Schmeller II,1031 Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Westenrieder Gloss. 678 Westenrieder, Lorenz v.: Glossarium Germanico-Latinum vocum obsoletarum primi et medii aevi, inprimis Bavaricarum, München 1816.

    *1748 München, †1829 ebd.; Geistlicher, Schriftsteller, Historiker, Pädagoge
  • Zaupser 82 Zaupser, Andreas: Versuch eines baierischen und oberpfälzischen Idiotikons, München 1789 (Nachdr. Grafenau 1986).

    *1748 München, †1795 ebd.; Hofkriegsratssekretär, Prof. für Philosophie
  • WBÖ II,679 Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
  • Schwäb.Wb. VI,883f. Schwäbisches Wörterbuch, bearb. von Hermann Fischer (Bd 6 von Wilhelm Pfleiderer), 6 Bde, Tübingen 1904-36.
  • Schw.Id. IV,1249f. Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Frauenfeld 1881ff.
  • DWB XIV,1,2,1589-1592 Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde, Leipzig 1854-1954 (Nachdr. München 1984).
  • Lexer HWb. III,937 Lexer, Matthias [v.]: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, 3 Bde, Leipzig 1872-78 (Neudr. Leipzig 1965).
  • Braun Gr.Wb. 860 Braun, Hermann: Großes Wörterbuch der Mundarten des Sechsämter-, Stift- und Egerlandes, Marktredwitz 1981ff.

    *1909 Fleißen/Böhmen, †2005 Marktredwitz; Dr.phil., Oberstudienrat
  • Christl Aichacher Wb. 62, 183 Christl, Karl: Aichacher Mundartlexikon, Aichach 1988.

    *1922 Pfaffenberg MAL
  • Denz Windisch-Eschenbach 288 Denz, Josef: Die Mundart von Windisch-Eschenbach. Ein Beitrag zum Lautstand und zum Wortschatz des heutigen Nordbairischen, Frankfurt/Bern/Las Vegas 1977.

    *1942 Windischeschenbach NEW; Dr.phil., Wörterbuchredaktor
  • Kollmer II,293 Kollmer, Michael: Die schöne Waldlersprach. Von Wegscheid bis Waldmünchen, von Passau bis Regensburg, 3 Bde, Moosbach 1987-89.

    *1917 Auwies KÖZ, †2001; Dr.phil., Gymnasialprof.
  • Lechner Rehling 315 Lechner, Joseph: Bäuerliches Leben und Arbeiten in Rehling und im nordwestlichen Aichacher Land um die Jahrhundertwende, Frankfurt/Bern 1983.

    *1951 Kagering AIC, †1993 Aindling AIC; Dr.phil., Volkshochschuldirektor
  • Schilling Paargauer Wb. 30 Schilling, Jakob: Paargauer Altbairisches Erzähl-Wörterbuch aus den Tagen unserer Kindheit, Aindling 1988.

    *1939 Sattelberg SOB
  • Singer Arzbg.Wb. 265 Singer, Friedrich Wilhelm: Allgemeines und gebräuchliches … nützliches Arzberger Wörterböichl, Arzberg 1970f.

    *1918 Schacht WUN, †2003 Weiden; Arzt, Heimatforscher
  • Fragebögen:
  • S-79F60, M-34/24, W-68/2
verfasst von: J.D.
Hinweis:
Dieser Artikel wurde automatisch auf Basis redaktionell erarbeiteter Daten erstellt. Die vorgestellten Bedeutungen sind vorläufig, nicht hierarchisch geordnet und weitere Bedeutungsangaben können folgen.

Wiesbaum

Wörterbuch:
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Wortart: Substantiv
Genus: Maskulinum
Wortfamilie: BaumWiese
Bedeutungen
1
Längsbalken über der Heuladung des Leiterwagens
Wagen und Gespann
dĕr Wieschbām „(zum Heueinfahren)“, Volsbach BT49.866271, 11.419530 ↗
d? Wi:schba:m „(Wiesbaum), g. Zusammenpressen des Heues“, Pittersdorf BT49.894200, 11.506715 ↗
de Wieschbaam „zum Heu- und Getreideladen“, Schwarzenbach a.Wald HO50.284009, 11.622855 ↗ Welkendorf BT49.909603, 11.309376 ↗
Wiesbamm Hüssingen WUG48.971835, 10.686075 ↗
Wieschbaam Effeltrich FO49.659347, 11.094076 ↗
Wischbam „Der Wischbam mit dem Wischseil hielt die Ladung fest.“, Gottsmannsgrün HO50.384279, 11.801382 ↗
Wischbām Breitenbrunn WUN50.022586, 11.988370 ↗
2
Heubaum des Leiterwagens
Wagen und Gespann
Wieschbām „(= Heubaum)“, Großengsee LAU49.638392, 11.355719 ↗
Wieschbam „Stange mit der das Heu am Wagen festgebunden wurde“ [Umschrift unsicher], Kühlenfels BT49.734415, 11.420263 ↗
w?išbā̢m Bad Steben HO50.355733, 11.638561 ↗
3
über den beladenen Heuwagen gelegte, beidseitig befestigte Stange
Wagen und Gespann
Wissbām „Wagen“, Ehingen AN49.087952, 10.540807 ↗
4
Heubaum
Wieschbam „Stange mit der das Heu am Wagen festgebunden wurde“ [Umschrift unsicher], Kühlenfels BT49.734415, 11.420263 ↗
5
Heubaum, Stange zur Befestigung der Ladung am Leiterwagen
w?išbā̢m Bad Steben HO50.355733, 11.638561 ↗ Carlsgrün HO50.377645, 11.619134 ↗
Hinweis:
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Wiesbaum

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