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beiten1

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 2, Spalte 196f.
Wortart: Verb
Bedeutungen
1
warten, zuwarten
°süd-östliches Niederbayern mehrfach, °Oberbayern vereinzelt
°beigma hoit „warte mir halt“ Bayerbach GRI48.410219, 13.143243
‘Beit!’ ruft ihm sein Weib nach, ‘i ka’ dö nöt daglöcka [einholen] !’ Kleinrathberg WEG48.644839, 13.743019, Miller Lkr.WEG II,17Der Landkreis Wegscheid. Ein Heimatbuch, hg. von Richard Miller, 2 Tle, Wegscheid [1957].

*1880 Haldenwang/Lkr. Günzburg, †1963 Hauzenberg PA; Oberstudienrat, Heimatpfleger
Därfst no~ ə’ viər Wochə~ bei’n, bis d · schnei’n kàst „bis man ärnten kann“ Chiemgau  47.872903, 12.453183, Schmeller I,303Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

*1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
dô ez mîn und al der hunde bîten wolde HadamarvL 87,347,5Hadamar’s von Laber Jagd und drei andere Minnegedichte seiner Zeit und Weise, hg. von J[ohann] A[ndreas] Schmeller, Stuttgart 1850 (Nachdr. Amsterdam 1968).

Hadamar III (?) von Laaber PAR, *um 1300, †nach 1354
wolt sich ie schlagen mit den Baiern, wolt nit lenger beiten … einen tag Aventin V,448,12f. (Chron.)Johann Turmair’s genannt Aventinus sämmtliche Werke, 6 Bde, München 1881-1908.

*1477 Abensberg KEH, †1534 Regensburg; Prinzenerzieher, Geschichtsschreiber
Derfa~ áf koan Regn nit beiten Oberbayern, 1727 Hartmann Hist.Volksl. II,261Historische Volkslieder und Zeitgedichte vom sechzehnten bis neuzehnten Jahrhundert ges. und erl. von August Hartmann, 3 Bde, München 1907-13.

*1846 München, †1917 ebd.; Dr.phil., Gymnasiallehrer, Oberbibliothekar
2
borgen
2a
auf Borg geben, stunden, bürgen
2aα
auf Borg geben, leihen
°östliches Oberbayern mehrfach, °mittleres Niederbayern mehrfach, °östliches Niederbayern mehrfach
kanst ma net a Markei beih’n Willing AIB47.855164, 11.987644
°beiz ma dös? Neuschönau GRA48.8847072, 13.4741152
Kannst, weil Da Neam’d will eppas bei’n … in da Noth af Hilf’ nöt bau’n Lautenbacher Ged. 84Lautenbacher, Karl: Humoristische Gedichte in altbairischer Mundart, Landshut 1883.

*1808 Orsenhausen/Württ., †1897 München; Arzt
Swer einer hausfrawͤn ân ires wirtes willen peitet 1310-1312 Stadtr.Mchn (Dirr ) 186,15Denkmäler des Münchner Stadtrechts, 1.Bd (2 Tle) 1158-1403, bearb. und eingeleitet von Pius Dirr, München 1934-36.
So ordnen wir … daß fuͤrterhin den gemainen Burgern vnd Handwerckern … mehrers nit dann umb 5 Gulden gebitten werde Landr.1616 535Landrecht, Policey- Gerichts- Malefitz- und andere Ordnungen Der Fürstenthumben Obern und Nidern Bayrn, München 1616.
Beiten/ borgen/ harren Prasch 16Prasch, Jo[hann] Ludwig: Dissertatio altera, De Origine Germanica Latinae Linguae ... Accedit Glossarium Bavaricum, Regensburg 1689.

*1637 Regensburg, †1690 ebd.; Schriftsteller, Jurist, Bürgermeister, Syndikus
Redensarten:
Dés sol dər bit·n sei~ „deshalb werde ich mich noch rächen an dir“ Mittenwald GAP47.4429543, 11.2655684, Schmeller I,303Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

*1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
2aβ
stunden
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
°i beit das no a weng Tittling PA48.7278412, 13.3806245
Er sol mir daz gelt geben auf di obengeschriben frist, dann daz ich mi alz vil lenger peiten sol 1395 Runtingerb. II,180Bastian, Franz: Das Runtingerbuch 1383-1407 und verwandtes Material zum Regensburger-Südostdeutschen Handel und Münzwesen, 3 Bde, Regensburg 1935-44.
Wo er Riemer heut 40 Kr. erleg, wil Im pal mit ainem gld. vnz [bis] Nicola peiten 1561 Stadtarch. Rosenhm Abt. B/C Nr.136, 51 (Prot.)Stadtarchiv Rosenheim
Einem beiten „mit der Bezahlung zu warten“ Nicolai Reise VI,96Nicolai, Friedrich: Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781, 12 Bde, Berlin/Stettin 1783-96.
2aγ
gutstehen, bürgen
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
°da Moia [FN] hod an Uiwan [Urban] baid Törring LF48.0070554, 12.7486078
2b
auf Borg kaufen, zu leihen nehmen
Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
beitn „etwas auf Kredit holen“ Partenkirchen GAP47.492704, 11.094968
Ahd. bîtan, mhd. bîten ‘warten’ stv., germ. Wort idg. Herkunft; Et.Wb.Ahd. II,126-128Lloyd, Albert L. und Otto Springer: Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen, Göttingen/Zürich 1988ff..
baitn, bai(d)n, mit falscher Rückbildung auch baiŋ (GRA, PA). Imp. vereinz. bai (Rottal  48.431054, 12.852333). Part.Prät. bitn (GAP), auch swv. (LF).
  • Prasch 16Prasch, Jo[hann] Ludwig: Dissertatio altera, De Origine Germanica Latinae Linguae ... Accedit Glossarium Bavaricum, Regensburg 1689.

    *1637 Regensburg, †1690 ebd.; Schriftsteller, Jurist, Bürgermeister, Syndikus
  • Schmeller I,303Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Westenrieder Gloss. 43, 416Westenrieder, Lorenz v.: Glossarium Germanico-Latinum vocum obsoletarum primi et medii aevi, inprimis Bavaricarum, München 1816.

    *1748 München, †1829 ebd.; Geistlicher, Schriftsteller, Historiker, Pädagoge
  • Zaupser 15Zaupser, Andreas: Versuch eines baierischen und oberpfälzischen Idiotikons, München 1789 (Nachdr. Grafenau 1986).

    *1748 München, †1795 ebd.; Hofkriegsratssekretär, Prof. für Philosophie
  • WBÖ II,934-937Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
  • Schwäb.Wb. I,817f.Schwäbisches Wörterbuch, bearb. von Hermann Fischer (Bd 6 von Wilhelm Pfleiderer), 6 Bde, Tübingen 1904-36.
  • Schw.Id. IV,1850Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Frauenfeld 1881ff.
  • Suddt.Wb. II,186Sudetendeutsches Wörterbuch, hg. von Heinz Engels, München 1988ff.
  • DWB I,1403-1405Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde, Leipzig 1854-1954 (Nachdr. München 1984).
  • Frühnhd.Wb. III,1038f.Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, hg. von Ulrich Goebel und Oskar Reichmann, Berlin/New York 1989ff.
  • Lexer HWb. I,286Lexer, Matthias [v.]: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, 3 Bde, Leipzig 1872-78 (Neudr. Leipzig 1965).
  • WMU 264f.Wörterbuch der mittelhochdeutschen Urkundensprache auf der Grundlage der altdeutschen Originalurkunden bis zum Jahr 1300, Berlin 1986ff.
  • Ahd.Wb. I,1131-1134Althochdeutsches Wörterbuch, bearb. u. hg. von Elisabeth Karg-Gasterstädt, Theodor Frings u.a., Berlin 1968ff.
  • Kollmer II,315Kollmer, Michael: Die schöne Waldlersprach. Von Wegscheid bis Waldmünchen, von Passau bis Regensburg, 3 Bde, Moosbach 1987-89.

    *1917 Auwies KÖZ, †2001; Dr.phil., Gymnasialprof.
  • Rasp Bgdn.Mda. 22Rasp, Franz: Berchtesgadener Mundart, Berchtesgaden 1985.

    *1940 Maria Gern BGD, †1988 Watzmann; Landwirt
  • Fragebögen:
  • W-1/48.
verfasst von: J.D.

beiten2

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 2, Spalte 194
Wortart: Verb
Bedeutungen
1
warten
1a
zuwarten
°süd-östliches Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
°dea loßt mi boa’n Westerndorf St.Peter RO47.876638, 12.111447
°beut ma „warten wir“ Kirn PAN48.338487, 13.086862
bǫαt α bois „warte ein bißchen“ Oberaudorf RO47.6484154, 12.1737799, nach Maier südmbair.Mda. 196f.Maier, Gerhard: Die südmittelbairischen Mundarten zwischen Isar und Inn (Oberbayern), Bamberg 1966.

*1939 Schröding ED; Dr.phil., Studiendirektor
Bàit ə~ weng! Eichstätt EIH48.892345, 11.189599, Schmeller I,300Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

*1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
Demoror peitan Tegernsee MB47.7099191, 11.7543337, 11.Jh. StSG. II,666,31Die althochdeutschen Glossen, ges. und bearb. von Elias Steinmeyer und Eduard Sievers, 5 Bde, Berlin 1879-1922 (Nachdr. Dublin/Zürich 1968f.).
[der Baum] paitet mit seinen pletern und mit seinen plüeten unz verr [bis weit] in den sumer Konrad vM BdN 312,6f.Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur, hg. von Franz Pfeiffer, Stuttgart 1861 (Nachdr. Hildesheim 1962).

*1309 Mäbenberg SC (?), †1374 Regensburg; Theologe, Naturwissenschaftler
Nicht lennger man da paite Füetrer Persibein 455,1Füetrer, Ulrich: Persibein aus dem ‘Buch der Abenteuer’, hg. von Renate Munz, Tübingen 1964.

*vor 1450 Landshut, †um 1495 München; Maler, Geschichtsschreiber, Hofdichter
Ä.Spr. auch bleiben
Es beit, beitet nicht „es bleibt nicht“ Hässlein Nürnbg.Id. 49Häßlein, Johann Heinrich: Versuch eines „Nürnbergischen Idiotikons“, hg. von Gabi Oswald-Müller, Grafenau 1993.

*1737 Nürnberg, †1796 ebd.; Amtsschreiber, Syndikus
1b
erwarten
oan boatn Kiefersfelden RO47.6146942, 12.1898442
die alten haiden, die mit irm opfer antwürt wolten paiten von den abgötern Konrad vM BdN 311,28-312,2Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur, hg. von Franz Pfeiffer, Stuttgart 1861 (Nachdr. Hildesheim 1962).

*1309 Mäbenberg SC (?), †1374 Regensburg; Theologe, Naturwissenschaftler
2
auf Borg geben, stunden
2a
auf Borg geben, leihen
°Oberbayern vereinzelt
°boat ma a Gead Reichenhall REI47.729564, 12.881491
2b
stunden
Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
da Schneida beut ma’s schan, bis ös abzoan kan mein Montur Altötting 48.2268085, 12.6757914
Swer den andern bechlagt umb gelt, und der gelter gicht [der Schuldner sagt], er hab noch frist darumb … darauf sol man im payten 1347 Stadtr.Mchn (Auer ) 133f.Das Stadtrecht von München, hg. von Franz Auer, München 1840 (Neudr. Aalen 1969).
Ahd. beitôn, mhd. beiten ‘warten’ swv., Abl. von beiten1.
Oberbayern bǫαtn, vereinz. bǫα(d)n(RO), dazu bǫitn (; PAN), bǫin (ED).
  • Hässlein Nürnbg.Id. 49Häßlein, Johann Heinrich: Versuch eines „Nürnbergischen Idiotikons“, hg. von Gabi Oswald-Müller, Grafenau 1993.

    *1737 Nürnberg, †1796 ebd.; Amtsschreiber, Syndikus
  • Schmeller I,300Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • WBÖ II,938f.Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
  • Schwäb.Wb. I,817f.Schwäbisches Wörterbuch, bearb. von Hermann Fischer (Bd 6 von Wilhelm Pfleiderer), 6 Bde, Tübingen 1904-36.
  • Schw.Id. IV,1846-1849Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Frauenfeld 1881ff.
  • Frühnhd.Wb. III,1034-1038Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, hg. von Ulrich Goebel und Oskar Reichmann, Berlin/New York 1989ff.
  • Lexer HWb. I,161Lexer, Matthias [v.]: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, 3 Bde, Leipzig 1872-78 (Neudr. Leipzig 1965).
  • WMU 171Wörterbuch der mittelhochdeutschen Urkundensprache auf der Grundlage der altdeutschen Originalurkunden bis zum Jahr 1300, Berlin 1986ff.
  • Ahd.Wb. I,857f.Althochdeutsches Wörterbuch, bearb. u. hg. von Elisabeth Karg-Gasterstädt, Theodor Frings u.a., Berlin 1968ff.
  • Fragebögen:
  • M-8/39, W-1/48.
verfasst von: J.D.
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beiten

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