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Wählen Sie hier bei Bedarf bitte einen oder mehrere Landkreis(e) aus. Es handelt sich dabei jedoch mit Ausnahme derer des Fränkischen Wörterbuchs um Altlandkreise vor der Gebietsreform der 1970er Jahre. Dies ist ein Ordnungsschema des Wortschatzes nach der Bedeutung. Es basiert auf dem System, das Post (1998) auf der Grundlage von Hallig/v. Wartburg (1952) erweitert und entwickelt hat. Mittels vierstelliger Nummern werden themen- bzw. sachverwandte Wörter einander zugeordnet.
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pflastern, -ä-

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 2, Spalte 611f.
Wortart: Verb
Bedeutungen
1
(einen Boden) mit einem Pflaster versehen
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt
an pflastadn Hof mit an rechtn Henaraugnpflasta Hengersberg DEG48.7736572, 13.0515083
De pflosternd … daß da Rauch davo dout Lauerer I glaub, i spinn 58Lauerer, Toni: I glaub, i spinn. Neue und alte Gschichten, Regensburg 31998.

*1959 Furth CHA; Standesbeamter, Kabarettist
pflastern Schmeller I,451Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

*1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
hat bej der Swemm das Pflaster … auf gehebt vnd … wieder … pflastert 1494 Frsg.Dom-Custos-Rechnungen I,715Die Freisinger Dom-Custos-Rechnungen von 1447-1500, hg. von Hans Ramisch, bearb. von Alois Heß. Bd I: Text, München 1998.
mit Pflasstern dess Freudthofweegs und ausbesserung selbiger Mauer Niederaschau RO47.776530, 12.316872, 1755 Jahn Handwerkskunst 419Jahn, Maud: Handwerkskunst in der ehemaligen Herrschaft Hohenaschau, Aschau 2000.

Hohenaschau RO
Redensarten:
dear kunnt mit Krontalar pflastarn „ist sehr reich“ Ingolstadt IN48.7630165, 11.4250395, ähnlich M
2
scherzh. auf dem Boden knien od. sitzen
pflastern „im Scherz: auf dem Boden knien oder sitzen“ Schmeller I,451f.Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

*1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
3
mit einem Heilpflaster versehen
3a
in eig. Bed., ä.Spr.
Cataplasmarent … giphlasteroten Windberg BOG48.9412587, 12.7458649, 12.Jh. StSG. I,610,41-47Die althochdeutschen Glossen, ges. und bearb. von Elias Steinmeyer und Eduard Sievers, 5 Bde, Berlin 1879-1922 (Nachdr. Dublin/Zürich 1968f.).
3b
in heutiger Mda. nur übertr. (über das Maß hinaus) mit etwas versehen
3bα
über das Maß hinaus mit etwas versehen allg.
°gepflastert „bezeichnet allgemein ein Zuviel“ Ihrlerstein KEH48.9382643, 11.8636713
üble Frau
Partizip Präteritum  
°dös is a ganz a Pflastatö „üble Frau“ Reut PAN48.310752, 12.942397
3bβ
(gut) düngen
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt, °Mittelfranken vereinzelt
°den Acka han i aba gscheit pflastert „richtig gut gedüngt“ Passau PA48.567378, 13.431710
°dea haout sei Feld wieda pflastert mit dean dumma Kunstdinga, a Mist wa gscheida gwen Tirschenreuth TIR49.881642, 12.329440
4
schlagen, verprügeln
°Niederbayern vereinzelt
°mei Vater hat mi gscheit pflastert Malching GRI48.313106, 13.188530
àn Hinddàn pflǫsddàn „verhauen“ Kaps Welt d.Bauern 142Kaps, Peter: Die Welt des Bauern im Sprichwort, Passau 1987.

*1917 Rabenbrunn EG, †1997 Simbach EG; Steuerberater, Rechtsbeistand
In fester Fügung:
jmdm eine pflastern einen Schlag, eine Ohrfeige geben
°wönnst nöd glei foigst, kriagst oanö pflastat! Wimm PAN48.505056, 12.333970
Dean hoowe åina pflåstat „dem habe ich eine ordentliche Ohrfeige gegeben“ Braun Gr.Wb. 460Braun, Hermann: Großes Wörterbuch der Mundarten des Sechsämter-, Stift- und Egerlandes, Marktredwitz 1981ff.

*1909 Fleißen/Böhmen, †2005 Marktredwitz; Dr.phil., Oberstudienrat
Ahd. gipflastarôn, mhd. pflastern, Abl. von Pflaster; Pfeifer Et.Wb. 998Pfeifer, Wolfgang: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, 3 Bde, Berlin 1989..
bvlåʃtαn, vereinz. -o- (DEG; CHA), -ǫu- (GRI), bvlåʃ̌tαn (AIC, TÖL; BEI), -trən (SOG),bvlęʃ̌tαn (LL).
  • Schmeller I,451f.Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • WBÖ III,74f.Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
  • Schwäb.Wb. I,1056, VI,1643Schwäbisches Wörterbuch, bearb. von Hermann Fischer (Bd 6 von Wilhelm Pfleiderer), 6 Bde, Tübingen 1904-36.
  • Schw.Id. V,1263Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Frauenfeld 1881ff.
  • Suddt.Wb. II,315Sudetendeutsches Wörterbuch, hg. von Heinz Engels, München 1988ff.
  • DWB VII,1726f.Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde, Leipzig 1854-1954 (Nachdr. München 1984).
  • Frühnhd.Wb. IV,185f.Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, hg. von Ulrich Goebel und Oskar Reichmann, Berlin/New York 1989ff.
  • Lexer HWb. II,251Lexer, Matthias [v.]: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, 3 Bde, Leipzig 1872-78 (Neudr. Leipzig 1965).
  • Gl.Wb. 462Starck, Taylor und J. C. Wells: Althochdeutsches Glossenwörterbuch (mit Stellennachweis zu sämtlichen gedruckten althochdeutschen und verwandten Glossen), Heidelberg 1990.
  • Braun Gr.Wb. 460Braun, Hermann: Großes Wörterbuch der Mundarten des Sechsämter-, Stift- und Egerlandes, Marktredwitz 1981ff.

    *1909 Fleißen/Böhmen, †2005 Marktredwitz; Dr.phil., Oberstudienrat
  • Fragebögen:
  • S-28A3, W-23/22
verfasst von: J.D.