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Wählen Sie hier bei Bedarf bitte einen oder mehrere Landkreis(e) aus. Es handelt sich dabei jedoch mit Ausnahme derer des Fränkischen Wörterbuchs um Altlandkreise vor der Gebietsreform der 1970er Jahre. Dies ist ein Ordnungsschema des Wortschatzes nach der Bedeutung. Es basiert auf dem System, das Post (1998) auf der Grundlage von Hallig/v. Wartburg (1952) erweitert und entwickelt hat. Mittels vierstelliger Nummern werden themen- bzw. sachverwandte Wörter einander zugeordnet.
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pfuschen, -tsch-

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 2, Spalte 711f.
Wortart: Verb
Bedeutungen
1
schlecht, unordentlich arbeiten
°Oberbayern mehrfach, °Niederbayern mehrfach, °Oberpfalz mehrfach, °Mittelfranken mehrfach, °Oberfranken vereinzelt, °Schwaben vereinzelt
°dua it [nicht] a sou pfuschn Garmisch GAP47.4938359, 11.103992
°dei Arbeit is pfuscht Pilsach NM49.321809, 11.501011
°der hat wieder amal richti pfutscht Friedberg FDB48.3549199, 10.9838928
pfusch’n Braun Gr.Wb. 462Braun, Hermann: Großes Wörterbuch der Mundarten des Sechsämter-, Stift- und Egerlandes, Marktredwitz 1981ff.

*1909 Fleißen/Böhmen, †2005 Marktredwitz; Dr.phil., Oberstudienrat
2
ein nicht gelerntes Handwerk ausüben
°pfuschn Oberhögl BGD47.809341, 12.899356
Da Bader hot’n [die Uhr] bald beinander, weil er dös Pfuschen [Uhren reparieren] scho lang treibt Altb.Heimatp. 5 (1953) Nr.41,3Altbayerische Heimatpost. Wochenzeitung für die bayerische Familie, 1948ff.
„Diese Vorsteher hatten … darauf zu sehen, daß im Schneiderhandwerke nicht gepfuscht werde“ Lentner Bavaria Almen 108Lentner, Joseph Friedrich: Bavaria. Land und Leute im 19. Jahrhundert. Oberbayern: Von Almen, Schützen, Wirtshäusern, Märkten etc.etc., hg. von Paul Ernst Rattelmüller, München 1987.

*1814 München, †1852 Meran; Buchhändler, Redakteur
In fester Fügung:
ins Handwerk pfuschen u.ä. unbefugt od. ohne Können in jmds Handwerk, Tätigkeitsgebiet eindringen °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt:
der pfuscht den annan ös Handweak „schneidert unbefugt gewerblich“ Hengersberg DEG48.7736572, 13.0515083
oan in sei Gewerbe pfuschen „Handwerkliches schlecht nachmachen“ Waldmünchen WÜM49.3775728, 12.7062127
„unfachmännisch arbeiten … ins Handwerk pfuschn Berthold Fürther Wb. 166Berthold, Eugen: Dei hulli alli ô. Ein amüsantes Wörterbuch der Fürther Mundart, Fürth 1975.

*1897 Fürth, †1976 ebd.; Oberinspektor

„in die hohe Wissenschaft pfuschen lassen“ Ruederer Wallfahrergesch. 210Ruederer, Josef: Wallfahrer-, Maler- und Mördergeschichten, München [1899].

*1861 München, †1915 ebd.; Kaufmann, Schriftsteller

Redensarten:
°da Tod pfuscht an jeden ins Handwerk Waldsassen TIR50.0053222, 12.3041123
3
schwarzarbeiten
°pfuschen Germannsdorf WEG48.635203, 13.667747
auch neben der bezahlten Arbeit zum eigenen Bedarf herstellen
„wenn es auch streng verboten war, für seinen eigenen Bedarf zu pfuschen Amery Dortmals 83Dortmals. Ein Leben in Bayern vor hundert Jahren, hg. von Carl Amery, München 1975.

Pseudonym für Mayer, Christian Anton, *1922 München, †2005 ebd.; Schriftsteller
4
naturheilkundlich tätig sein
Oberbayern vereinzelt, Niederbayern vereinzelt
pfutschn Piegendorf ROL48.7548879, 12.1164966
auch kurpfuschen
°Oberbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt, °Oberfranken vereinzelt
er pfuscht halt a so Partenkirchen GAP47.492704, 11.094968
mi’n Pfuschn macht ma d’ Leit erscht völli krank Dingler bair.Herz 109Dingler, Max: Das bairisch Herz. Gesänge in der Mundart, Erfurt 1940.

*1883 Landshut, †1961 München; Dr.phil., Direktor der Wissenschaftlichen Staatssammlungen
5
fauchen (von der Katze)
Mittelfranken vereinzelt
die Katze pfuscht Eckersmühlen SC49.215897, 11.142759
6
verdrießlich schnaufen
°pfutschn Seifriedswörth VIB48.3374146, 12.3535761
7
zischen (v.a. von Wasser)
°Oberbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt, °Mittelfranken vereinzelt, Oberfranken vereinzelt
„wie er das glühende Eisen ins Wasser gesteckt hat, hot’s pfuscht Garmisch GAP47.4938359, 11.103992
Abl. von pfutsch; Pfeifer Et.Wb. 1001Pfeifer, Wolfgang: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, 3 Bde, Berlin 1989..
bvuʃ̌n u.ä., ferner bvuʃ̌n Oberpfalz (dazu , EBE, IN, SOG; LA, MAL, ROL, SR, VIB; SEL; EIH; FDB).
  • Schmeller I,443, 445Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • WBÖ III,124, 127Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
  • Schwäb.Wb. I,1088Schwäbisches Wörterbuch, bearb. von Hermann Fischer (Bd 6 von Wilhelm Pfleiderer), 6 Bde, Tübingen 1904-36.
  • Schw.Id. V,1192f.Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, Frauenfeld 1881ff.
  • Suddt.Wb. II,341f.Sudetendeutsches Wörterbuch, hg. von Heinz Engels, München 1988ff.
  • DWB VII,1814f., 1817Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, 16 Bde, Leipzig 1854-1954 (Nachdr. München 1984).
  • Berthold Fürther Wb. 166Berthold, Eugen: Dei hulli alli ô. Ein amüsantes Wörterbuch der Fürther Mundart, Fürth 1975.

    *1897 Fürth, †1976 ebd.; Oberinspektor
  • Braun Gr.Wb. 462Braun, Hermann: Großes Wörterbuch der Mundarten des Sechsämter-, Stift- und Egerlandes, Marktredwitz 1981ff.

    *1909 Fleißen/Böhmen, †2005 Marktredwitz; Dr.phil., Oberstudienrat
  • Fragebögen:
  • W-24/25, 27
verfasst von: J.D.B.D.I.