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So sind z. B. abends, abendlich, Sylvesterabend und Abendbrot der Wortfamilie Abend zugeordnet.
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Wählen Sie hier bei Bedarf bitte einen oder mehrere Landkreis(e) aus. Es handelt sich dabei jedoch mit Ausnahme derer des Fränkischen Wörterbuchs um Altlandkreise vor der Gebietsreform der 1970er Jahre. Dies ist ein Ordnungsschema des Wortschatzes nach der Bedeutung. Es basiert auf dem System, das Post (1998) auf der Grundlage von Hallig/v. Wartburg (1952) erweitert und entwickelt hat. Mittels vierstelliger Nummern werden themen- bzw. sachverwandte Wörter einander zugeordnet.
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traufen, -äu-, -pf-

Wörterbuch:
Link zum PDF: Band 4, Spalte 212f.
Wortart: Verb
Bedeutungen
1
triefen, tropfen
1a
tropfen, in einzelnen Tropfen herabfallen
°Oberbayern vereinzelt
heit trapfts awa fescht Weilheim WM47.839932, 11.140986
1b
Tropfen von sich geben, an sich herabrinnen lassen
°Oberbayern mehrfach, °Niederbayern vereinzelt, °Oberpfalz vereinzelt
°de Dachrinna traaft Flintsbach RO47.7259879, 12.1229121
dem Tröfen die augen und nasen löcher Höfler Sindelsdf.Hausmittelb. 73Höfler, Max: Ein Sindelsdorfer Hausmittelbuch für Tierkrankheiten, Harlem 1910.

Sindelsdorf WM, um 1800, *1848 Tölz, †1914 ebd.; Arzt
2
träufeln
2a
einträufeln, in Tropfen hineinfallen lassen, ä.Spr., in heutiger Mda. nur in Komp.
Distillauerunt … trouftun Tegernsee MB47.7099191, 11.7543337, Mitte 11.Jh. StSG. II,282,57f.Die althochdeutschen Glossen, ges. und bearb. von Elias Steinmeyer und Eduard Sievers, 5 Bde, Berlin 1879-1922 (Nachdr. Dublin/Zürich 1968f.).
Wer dez oͤls in sein orn troͤft, daz ist den orn guͦt Konrad vM BdN 356,10Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur, hg. von Franz Pfeiffer, Stuttgart 1861 (Nachdr. Hildesheim 1962).

*1309 Mäbenberg SC (?), †1374 Regensburg; Theologe, Naturwissenschaftler
prenn im die haut auf. Darauf dröff wachs Roßarznei (Deinhardt ) 30Ein „Ross Artzney Büech“ aus dem Jahre 1598, hg. von Uta Deinhardt, München 1968.
2b
beträufeln
mit Rahm trapfn Ingolstadt IN48.7630165, 11.4250395
der Fisch … mit Butter/ Schmaltz/ oder Oel geträufft Hagger Kochb. IV,1,67Hagger, Conrad: Neues Saltzburgisches Koch-Buch, 2 Bde, Augspurg 1719.

*1666 Marbach/Schweiz, †1747 Salzburg; Koch in fürstlichen Diensten
Phras.:
°gschaugt hats wie trapft, wia ihr dʼSchüssel åbigfålln is „verwirrt“ Wettstetten IN48.823139, 11.414169
3
Partizip Präteritum  
3a
niedergeschlagen, erschöpft
°Oberbayern vereinzelt, Niederbayern vereinzelt
°draapft Wasserburg WS48.0615171, 12.220026
trāpft Federholzner Wb.ndb.Mda. 222Federholzner, Max: Wörterbuch der altbayerischen speziell: niederbayerischen Mundart, hs. München 1944.

*1855 Arnstorf EG, †1937 Dorfen ED; Notariatsoberinspektor
3b
verwirrt, durcheinander, fassungslos
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt, Oberpfalz vereinzelt
°i wår glei gånz drapfd Ebersberg EBE48.077749, 11.966843
Auch ist der Michei die ganze Zeit so drapft umeinander gestiegn Strobl Mittel und Bräuch 49Strobl, Lorenz: Altbayerische Mittel und Bräuch, Altötting 1926.

*1894 Penzberg WM, †1958 Mühldorf; Volksschullehrer, Schriftsteller
3c
dumm, ungeschickt
°Oberbayern vereinzelt, Niederbayern vereinzelt, °Schwaben vereinzelt
°dös is ja a ganz a Trafte! Arzbach TÖL47.710102, 11.555499
drapft „einfältig“ Göttler Dachauerisch 22Dachauerisch, ges. von Norbert Göttler, Dachau 2004.

*1959 Dachau; Dr.phil., Bezirksheimatpfleger, Schriftsteller, Publizist
3d
verrückt, närrisch
°Oberbayern vereinzelt, °Niederbayern vereinzelt
°dö ist ganz drapft Deggendorf DEG48.839582, 12.958749
mit dera Gaudi, dera drapften Lutz Trübsal 60Lutz, Joseph Maria: Der Trübsal zum Trutz. Heitere Geschichten, Mühlacker [1941].

*1893 Pfaffenhofen, †1972 München; Schriftsteller
3e
schwindlig
drâpft „schwindlig“ Poelt-Peuker Wb.Pöcking 13Poelt, Leonhard und Christine Peuker: Apfibliά und Zuάwiziάgâ. Ein bayrisches Wörterbuch, Pöcking 2010.

Poelt, L., *1929 Pöcking STA; Heimatforscher. Peuker, Ch., *1964 Starnberg; Archivarin. Mundart von Pöcking STA
Ahd. troufan, mhd. troufen, -öu-, Abl. zur Wz. von triefen1; Kluge-Seebold 927Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin/New York 221989 (bearb. von Elmar Seebold)..
  • Schmeller I,650, 673Schmeller, Johann Andreas: Bayerisches Wörterbuch, bearb. von G. Karl Frommann, 2 Bde, München 21872-77 (Neudr. Aalen 1961, München 1985).

    *1785 Tirschenreuth, †1852 München; Prof. für dt. Sprache, Kustos der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Zaupser 77Zaupser, Andreas: Versuch eines baierischen und oberpfälzischen Idiotikons, München 1789 (Nachdr. Grafenau 1986).

    *1748 München, †1795 ebd.; Hofkriegsratssekretär, Prof. für Philosophie
  • WBÖ V,350Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich, hg. im Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien/Graz/Köln 1970ff.
verfasst von: V.S.